Glück im Unglück
Ein Panne mit dem eigenen Fahrzeug wünscht sich niemand, und doch wählt einen Kommissar Zufall nach bekannten Prinzipien dann und wann aus. Gerade in den Momenten wo es überhaupt nicht passt, wo man wirklich auf den fahrbaren Untersatz angewiesen ist, schlägt er zu. Letzte Woche hat es mich erwischt. In meinem Kalender standen zwei wichtige Termine, die ich mit meinem Fiat anfahren wollte. Auf den ersten Kilometern vom schwäbischen Biberach ins fränkische Nürnberg ertönte ein unbehagliches Schleifgeräusch aus dem Motorraum, dass sich bei höherem Tempo zum “Nageln” entwickelte. Kurzerhand die nächste Parkbucht angefahren und nachgesehen/nachgehört was sich denn da lauthals Gehör verschafft. Ergebnis: keins.
Die Ursache des Geräusches war auf die Schnelle nicht feststellbar. Nachdem ich dann Motoröl und Keilriemen gecheckt hatte, habe ich meinen Weg zum nächsten Fiat-Autohaus fortgesetzt. Pures Glück sorgte dafür, dass am Freitagnachmittag noch jemand anzutreffen war: der Chef höchst persönlich. Seines Zeichen Kfz-Meister nahm er sich “meinem” schleifenden Nageln an und siehe da, die Spannrolle der Antriebsteuerung ging ihren letzten Umdrehungen entgegen. Noch ein paar Kilometer mehr und das stark verschließene Kugellager hätte sich in Nichts aufgelöst; der Motor übrigens gleich mit. Bei fehlender Spannung des Zahnriemens drehen sich Ventiltrieb (Nockenwelle) und Kurbelwelle nämlich unkontrolliert und die Gefahr das die Ventile in Kontakt mit den Kolben kommen liegt bei 99,9 Prozent. Fazit: ein kapitaler Motorschaden steht ins Haus. Die Fahrt in die Werkstatt war also genau richtig. Am Ende stehen um die 600 Euro auf der Reparatur-Rechnung. Nicht gerade ein Taschengeld, aber im Gegensatz zu den 8.500 Euro für einen Austauschmotor ein Spottpreis.
