IAA-Tuning-Star Nr.2: AC Schnitzer GP 3.10
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Schnitzer pflanzt einen Zehnzylinder-M-Motor und eine Autogasanlage in ein 3er Coupe und zeigt mit dem GP 3.10 auf der IAA einen Kraftprotz mit Öko-Ambitionen.
Das Showcar ist ein Einzelstück. Zehn Zylinder, fünf Liter Hubraum und 552 PS. Basis ist ein 3er Coupe (E 92), das ausgeweidet und mit einem aufgepumpten M5-Herzen wiederbelebt wurde. Derlei Verpflanzungen hat man schon gesehen, nicht jedoch in Kombination mit einer Autogasanlage. Der Name des Projekts: GP 3.10 (Gas Powered, 3er, zehn Zylinder).
Mit der Idee des bivalenten Antriebs könnte AC Schnitzer gold-richtig liegen. Denn BMW selbst wird keine Gasversionen (weder Erd- noch Autogas) anbieten.
Das Showcar bietet noch mehr als das. Hammerhartes Design und Technikhappen vom Feinsten. Schon die Reifendimension an der Hinterachse zeigt, was hier gespielt wird: 315/25 ZR20! Mehr als sechs Zentimeter mussten die Radläufe verbreitert werden, damit es gerade eben so passt. Die komplett neu entwickelte Bremsanlage besteht aus üppigen Scheiben und Acht-Kolben-Sätteln an der. Das Fahrwerk ist eine Kombination aus Sachs-Dämpfern und Eibach-Federn, welche auf der Nordschleife auf Sport getrimmt wurde.
Mit dem bivalenten Antrieb dürfte der GP 3.10 wohl der Sportwagen mit der größten Reichweite sein. Zum 60-Liter-Sprittank gesellt sich nun ein quer hinter der Rückbank liegender 80-Kilo-Stahlkoloss. 140 Liter Kraftstoff – 800 Kilometer Gesamtreichweite dürften so wohl zu schaffen sein.
Damit die Autogasanlage funktionieren kann, mussten vom Tank aus Gasleitungen längs durch das Auto zu den beiden Verdampfern verlegt werden. Aus Platzgründen sind diese absolut unzugänglich hinter den Kotflügeln angebracht. Hierher führen nun auch Kühlwasserschläuche, denn das Gas muss nach dem Kaltstart erst auf Betriebstemperatur gebracht werden. Ein eigenes Steuergerät überwacht das System und ist für das Timing der Einspritzvorgänge verantwortlich. Bei der Leistungsausbeute soll es zwischen den beiden Betriebsarten keine Unterschiede geben. Ob das System aber wirklich hochleistungsfest ist, muss sich noch zeigen. Die hohe Oktanzahl von Autogas (etwa 110) spricht jedenfalls dafür.
Neben der Technik verdient vor allem der Innenraum des GP 3.10 ein dickes Lob. Man sitzt auf perfekt passenden Rennschalensitzen, streicht über weiches Nubuk- und glattes Nappaleder, blickt auf lackierte Zierelemente, fingert hier, greift dort und nickt zustimmend.
