Untunebar!
Brera, Brera, allein der Name klingt schon verdammt schnell! Setzt man den Markentitel Alfa davor, steht den Alfisti ein Dauerlächeln ins Gesicht geschrieben. Aber nicht so schnell. Der Alfa Brera 3.2 JTS V6 24V Q4 ist zwar ein äußerst agiler Zeitgenosse, mit seinen horrenden 1,7 Tonnen aber ein Dickhäuter, der nach strenger Hand verlangt. Wenn er kommt, dann gewaltig. Und unbedachte Fahrer hören in den unteren Gängen ständig den Begrenzer aufjaulen.
In den vergangenen Tagen hatte ich das Vergnügen, oben beschriebenes Geschoss duch die Hamburger City zu lenken. Macht bei dem Ampelaufkommen sichtlich keinen Spaß. Also wurden am Wochenende die Badesachen in den roten Mini-Ferrari gepackt und es ging ins Umland. Autobahn, Landstraße – jeder befahrbare Untergrund wurde mitgenommen. Einerseits hat mich ein beengtes Gefühl im Innenraum und eine schwer zu findende Sitzposition enttäuscht. Andererseits: Der drehfreudige Motor (der Untertourigfahren gar nicht mag) reißt im richtigen Gang dermaßen am Kupplungsbelag, dass der Eindruck aufkam, die Maschine möchte das komplette Getriebe vor Wut verdampfen.
Dabei artikuliert die Technik ein Geräusch namens Auspuffsound, das für jeden Auto-Liebhaber als Musik im Ohr betitelt wird. Der Motor ist, neben der rassigen Form des Grand-Tourismo, das Highlight. Denn eins ist klar: Mit der flachen, breiten Außenhaut hebt man sich im Brera mehr als deutlich vom Mainstream ab. Das sorgt sowohl für neugierige Blicke bei Passanten als auch für Zufriedenheit beim Lenker.
Ich also durch die Lande gedüst und dem Brera ordentlich die Sporen gegeben – c’est la vie, sag ich da nur. Nach schweißtreibender Arbeit keimen in mir dann erste Tuning-Gedanken auf. Hm, Frontspoiler fällt flach, das Seriengesicht ist kaum besser zu machen. Heckspoiler? Nein, nicht an diesem Auto! Seitenschweller? Ohne Front- und Heckschürze wirken die wohl fehl am Platz. Kurzum, der Brera ist nicht zu tunen! Jedes zusätzliche Plastikteil würde die harmonische Form eher veschandeln, statt sportlicher ins Bild zu rücken. Und was ist mit Tieferlegen? Naja, auch nicht wirklich der Bringer an dem Auto, liegt sowieso schon flach wie ein Brett.
Heute wird der Wagen übrigens wieder von Alfa abgeholt. Traurig bin ich darüber ehrlich gesagt nicht. Denn irgendwie ist mir der Brera trotz kräftigen 260 PS und tollem Sound einfach zu kühl, zu eng. Und: Das alfatypische Getriebe-Hackeln vom ersten in den zweiten Gang werde ich alles andere als vermissen.
